Brandis und Tengen gehen LOS

Zwei Kommunen in Ost und West entwickeln eine Vision für die Zukunft
Auf einen Blick

Brandis in Sachsen und Tengen in Baden-Württemberg wollen ihre Zukunft (nicht) dem Zufall überlassen. Die Bürgermeister der beiden Städte haben sich entschieden, LOSzugehen. In einem ko-kreativen Prozess haben sie gemeinsam mit uns einen Schritt hin zu mehr Bürger:innen-Beteiligung gewagt. Sie haben sich dabei einer zentralen Herausforderung gestellt: Die Einbindung auch der „stillen Gruppen“, also derjenigen, die von sich aus nicht im politischen Diskurs in Erscheinung treten, in kommunale Entscheidungsprozesse – mit einem dreistufigen Beteiligungsprozess. 

DI Brandis Tengen 01
Die Herausforderung

Sowohl Brandis als auch Tengen haben bereits vor einigen Jahren umfangreiche Leitbilder beschlossen, an denen sich ihr politisches Handeln orientieren soll. Doch die Zeiten und damit auch die Herausforderungen haben sich verändert: Vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit der Corona-Pandemie, der Digitalisierung und dem Klimawandel steht die Frage im Raum: Was ist weiterhin wichtig, was hat sich überholt und wo brauchen wir neue Leitplanken?  

Die Städte machen außerdem die Erfahrung, dass zu Beteiligungsverfahren immer nur “die üblichen Verdächtigen” auftauchen. Wie können also auch diejenigen eingebunden werden, die sich nicht von sich aus beteiligen und ein möglichst vielfältiges Abbild der Stadtgesellschaft sichtbar werden? 

Projekt-Steckbrief
Karte Brandis Tengen

2 Städte

Stadt Brandis (Sachsen) und Stadt Tengen (Baden-Württemberg)

DI Formate

5 Formate

Mini-Bürgerrat, Bürgerdialog, Online-Beteiligung, Fachworkshop, Abschlussveranstaltung 

DI Teilnehmerinnen

172 Menschen

57 Ausgeloste
45 in Bürgerdialogen 
70 Online-Beteiligte 
15 Expert:innen

DI Logo Sw

2022

Demokratie Innovation als Entwickler und Durchführer

Unser Ansatz 

Durch den Mix dreier Beteiligungsformate sollten möglichst viele Menschen die Möglichkeit bekommen, sich zu beteiligen. In einer Online-Beteiligung und einem offenen Bürgerdialog konnten alle Einwohner:innen Vorschläge für die Überarbeitung der städtischen Leitbilder machen. Im anschließenden gelosten Bürgerrat kam die Vielfalt der Stadtgesellschaft im Kleinen zusammen. Dort setzten sich die ausgelosten Teilnehmenden mit den Vorschlägen auseinander und entwickelten eigene Ideen. 

Die Teilnehmenden für den Bürgerrat wurden mit dem Aufsuchenden Losverfahren gewonnen, wobei unsere Web-App zum Einsatz kam. Dabei wurden auch Jugendliche ab 14 Jahren einbezogen. 

„Die meisten Menschen, die wir beim Aufsuchen angetroffen haben, waren sehr überrascht, wie wichtig mir als Bürgermeister dieses Projekt ist und wir konnten Menschen motivieren, die sonst nicht gekommen wären. Es war eine positive Erfahrung!“

—Arno Jesse, Bürgermeister Brandis (Sachsen)

Foto Arno Jesse
Das Ergebnis

Das Projekt zeigt, wie ko-kreative Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und Politik funktionieren und zu politischer Innovation führen kann. Mithilfe der Bürger:innen haben die beiden Städte ihre Leitbilder an die aktuellen Herausforderungen angepasst und gleichzeitig eine neue Form der Begegnung und es Austauschs für die Stadtgesellschaft ermöglicht. 

Die Evaluation zeigt, dass die Teilnehmenden der Bürgerräte gegenüber den Teilnehmenden des offenen Bürgerdialogs die Vielfalt der Stadt viel besser abbilden. Damit erreichen sie das Ziel, inklusivere Beteiligung zu ermöglichen. Außerdem stärken sie nachweisbar das Selbstwirksamkeitsempfinden der Teilnehmenden. 
 
Das Projekt war auch eine Lernreise, um die Herausforderungen und Bedürfnisse von Kommunalverwaltungen besser zu verstehen und Unterstützungsangebote zu entwickeln, damit sie selbstständig Beteiligungsverfahren durchführen können. Dabei herausgekommen ist ein Materialbaukasten mit Anleitungen und Vorlagen für das Aufsuchende Losverfahren. 

Das Besondere

Wir führten dasselbe Verfahren in einer Kommune im Osten (Brandis) und einer im Westen (Tengen) durch. Die Erfahrungen brachten wir in einem Online-Austausch mit Teilnehmenden beider Bürgerräte und in einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung in Berlin zusammen. Das Ergebnis: Gut gemachte Beteiligung funktioniert in beiden Kontexten. Außerdem konnten wir zum ersten Mal unsere eigens für das Aufsuchende Losverfahren entwickelte Web-App einsetzen. In beiden Orten waren die Bürgermeister selbst an den Haustüren unterwegs und luden die Menschen zur Teilnahme am Bürgerrat ein. 

Gefördert durch:

Bundesministerium des Innern und für Heimat

Eindrücke
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    Tengen 16 9 01800
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    Kontakt

    Carl Deichert

    Projektleiter
    Demokratie Innovation

    Carl Linus Deichert
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