Der Wahlkreisrat
Auf einen Blick
Kennst du die Abgeordneten deines Wahlkreises? Hier hat unser bislang größtes Projekt, „Hallo Bundestag“, seinen Ursprung. 2021 führten wir die ersten Piloten des Wahlkreistags durch – damals hießen sie noch Wahlkreisrat: einen im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost und zwei in Steglitz-Zehlendorf. Wie alles begann.

Projektsteckbrief
Die Herausforderung
Eigentlich gibt es zwischen jedem Menschen in Deutschland und dem Bundestag eine direkte Verbindung: Die Abgeordneten der Wahlkreise. Aber das scheint überhaupt keine Rolle in politischen Debatten zu spielen – und wer kennt schon seine oder ihre Bundestagsabgeordnete(n)? Gleichzeitig bieten geloste Formate die Möglichkeit, vielfältige Perspektiven auf ein Thema einzufangen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Und so entstand die Idee: Was, wenn es selbstverständlich wäre, dass sich Abgeordnete eines Wahlkreises regelmäßig Feedback aus dem Wahlkreis holen, indem sie in einen moderierten Austausch mit einer Zufallsauswahl aus dem Melderegister treten?
Unser Ansatz
In dem Pilot-Projekt schrieben wir zunächst ca. 40 Bundestagsabgeordnete an und stellten ihnen das Konzept der Wahlkreistage vor. Mit zwei Abgeordneten aus Berlin erprobten wir anschließend das Format. Im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost mit Canan Bayram (Bündnis 90/Die Grünen) und in Steglitz-Zehlendorf mit Thomas Heilmann (CDU). Aufgrund der Corona-Pandemie mussten wir die Termine mehrfach verschieben und sie schließlich hybrid durchführen – die Abgeordneten und die Moderation befanden sich im Bundestag, die Teilnehmenden waren digital von zuhause zugeschaltet.
„Ich habe im Wahlkreisrat mit vielen Menschen sprechen können, die ich im normalen Leben nie getroffen hätte und habe mit ihnen Gespräche geführt über Themen, zu denen es sonst nie gekommen wäre.”
— Teilnehmerin

„Es ist gut, wenn wir Politiker auch mit solchen Bürgerinnen und Bürgern sprechen, die sich normalerweise nie an die Politik wenden. An die kommen wir schwer ran.”
— Thomas Heilmann, ehem. Mitglied des deutschen Bundestags (CDU)

Das Ergebnis
Die Evaluation der Piloten zeigte die positiven Effekte des Formats: Die Teilnahme stärkt die politische Beteiligungsabsicht, das Vertrauen in die politische Kompetenz der Mitmenschen und das eigene Selbstwirksamkeitsempfinden.
Auch die Abgeordneten zeigten sich begeistert und unterstützten uns im Nachgang beim Aufsetzen des Folgeprojekts. Bei den beiden Wahlkreisräten in Steglitz-Zehlendorf verglichen wir das klassische zweistufige Losverfahren mit unserem Aufsuchenden Losverfahren. Die Evaluation zeigte: Mit dem Aufsuchenden Losverfahren gelang es, deutlich mehr Vielfaltsmerkmale abzudecken.
Das Besondere
Abgesehen von der besonderen Kulisse – live aus dem Bundestag zu moderieren – war vor allem das Aufsuchende Losverfahren neu: Wir wendeten es hier zum ersten Mal überhaupt an, damals noch ohne unsere Web-App. Wir waren nicht nur an den Haustüren unterwegs, sondern brachten Menschen auch Laptops vorbei, damit sie teilnehmen konnten. Anschließend verglichen wir die Zusammensetzung der Teilnehmenden mit jener aus dem zweistufigen Verfahren.
Gefördert durch
buergerpolitik.org, Konrad-Adenauer-Stiftung
Weitere Projekte
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![Es geht LOS Wahlkreisrat / Electoral District Assembly [Trailer]](https://demokratie-innovation.org/_Resources/Persistent/2/a/a/7/2aa72e120a6ea030908728921633e3731e7d76e7/Youtube-vL1qqV9dm6o-maxresdefault.jpg)
