10 Gründe

Viele sprechen über Losverfahren, aber was spricht eigentlich dafür?
Immer öfter werden Losverfahren für Dialog- oder Beteiligungsformate genutzt. Das erste Argument ist oft, um damit andere Menschen zu erreichen, als nur die üblichen Verdächtigen. Aber es gibt noch mindestens neun weitere gute Gründe!

1. Gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken
Unterschiedliche Lebenswelten, Mediennutzung und Erfahrungen führen dazu, dass Menschen einander immer weniger verstehen. Geloste Beteiligung bringt Menschen zusammen, die sich sonst kaum begegnen würden. Der Austausch über Perspektiven und Erfahrungen schafft Verständnis, baut Vorurteile ab und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

2. Vertrauen in die Politik stärken
Wir haben ein Beziehungsproblem. Viele Menschen fühlen sich von der Politik nicht gehört. Und wie in jeder anderen Beziehung heißt das: Wir müssen reden. Aber mit wem? Geloste Beteiligung schafft echten Dialog. Wer erlebt, dass die eigene Stimme zählt, entwickelt mehr Vertrauen – und die Politik gewinnt wertvolle Einblicke in die Lebensrealität der Bevölkerung.

3. Politikferne Menschen erreichen
An politischen Diskursen nehmen häufig Menschen teil, die ohnehin politisch aktiv sind. Durch die Zufallsauswahl werden auch jene erreicht, die sonst selten mitreden.

4. Wertvolles Feedback aus der vielfältigen Bevölkerung
Wer am lautesten ist, ist nicht automatisch in der Mehrheit. Geloste Beteiligung macht blinde Flecken sichtbar und führt zu Entscheidungen, die näher an der gesellschaftlichen Wirklichkeit sind – weil sie nicht nur einige wenige Perspektiven sichtbar macht, sondern viele.

5. Gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken
Menschen mit unterschiedlichen Meinungen begegnen sich immer seltener – mitunter auch, weil die Räume dafür fehlen. Geloste Beteiligung schafft solche geschützten Räume für respektvolle Gespräche.

6. Gegenmodell zu Populismus
Geloste Beteiligungsformate brechen komplexe Sachverhalte nicht herunter. Im Gegenteil: Sie ermächtigen die teilnehmenden Menschen, sich mithilfe von Expert:innen informiert und differenziert auszutauschen und gemeinsam neue Perspektiven kennenzulernen. Anders als Volksentscheide sind sie weniger anfällig für propagandistische Manipulation und uninformierte Stimmabgabe.

7. Menschen erkennen ihren eigenen Beitrag für die Gesellschaft
Geloste Beteiligung macht Menschen zu Mitgestalter:innen. Statt nur Forderungen zu formulieren, übernehmen sie Verantwortung für ihre Meinung und ihre Ideen. Dadurch wächst das Verständnis für die eigene Rolle in einer lebendigen Demokratie.

8. Wir gemeinsam statt „Die da oben“
Geloste Beteiligungsformate bestehen aus Menschen wie dir und mir. Hier gibt es kein „die da oben“. Wenn geloste Beteiligung konstruktive und nachvollziehbare Impulse hervorbringt, wächst dadurch das Vertrauen in unsere eigene Gestaltungskraft.

9. Gemeinwohl im Fokus
Teilnehmende vertreten keine Parteien oder Interessengruppen, sondern suchen gemeinsam nach guten Lösungen. Dadurch rückt das Gemeinwohl stärker in den Mittelpunkt.

10. Es funktioniert!
Sieben Jahre, mehr als 50 Veranstaltungen mit ausgelosten Menschen: Gemeinsam mit verbündeten Organisationen haben wir geloste Beteiligung nach Deutschland gebracht. Und nicht nur das – wir sind international vernetzt. Inzwischen umfasst geloste Beteiligung so viel mehr als „nur“ Bürgerräte. Mit unserem Projekt „Hallo Bundestag“ können wir nicht nur wissenschaftlich nachweisen, dass Losen funktioniert. Wir starten außerdem das bislang größte geloste Dialogformat in Deutschland.

